„Kirschblütenträume“ – Ausstellung in Heidelberg (aktualisiert)

Das Kurpfälzische Museum Heidelberg zeigte in einer Sonderausstellung japanisch inspirierte Werke Adolf Hölzels: 7. Oktober 2012 bis 10. Februar 2013


„Kirschblütenträume“ zeigte die Rezeption der japanischen Kunst beispielhaft an Werken des ausgehenden 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts. Adolf Hölzel nahm hier mit 12 Arbeiten einen prominenten Platz in dieser Sonderausstellung ein. Gegenübergestellt wurden herausragende japanische Originale des 16. bis 19. Jahrhunderts sowie einige zeitgenössische Keramikobjekte.

Mehr über diese Ausstellung erfahren Sie hier auf der Website des Museums. Im Verlag Wunderhorn ist dazu ein Katalog erschienen.

U.A. zeigte die Ausstellung folgende Grafiken Adolf Hölzels aus dem Besitz der Adolf Hölzel – Stiftung, zu denen die Kuratorin Dr. Geraldine Gutiérrez de Wienken uns freundlicherweise erläuternde Kurztexte zur Verfügung stellte.


[JapanischeFormen] © Adolf Hölzel - StiftungAdolf Hölzel
Ohne Titel
Buntstift und Tusche auf Papier
20,1 x 13,1 cm Blattmaß
P-0006
Adolf Hölzel-Stiftung, Stuttgart

Durch die Sparsamkeit von Form und Farbe – den Kunstmitteln der Zen-Malerei – steigert Hölzel den suggestiven Charakter dieses abstrakten Ornamentes, welches auf eine diagonal aufsteigende Kalligraphie anspielt. Farbakkorde begleiten die Tuschestriche. Leere provoziert Fülle. Der realistische Zug ist somit im Zen, wie auch in Hölzels Abstraktion offensichtlich. Dort weht der Wind leicht wie eine Kalligraphie und mithin tauchen Andeutungen von Vögeln sowie figurativphantastischen Wesen auf. Rechts unten spielt sogar die Signatur des Künstlers mit.


[TuscheLila] © Adolf Hölzel - StiftungAdolf Hölzel
Ohne Titel
Tinte auf Papier (Briefbogen) 33 x 21 cm Blattmaß
P-0001
Adolf Hölzel-Stiftung, Stuttgart

In eine bildliche Leere platziert Hölzel die Tuschezeichnung einer japanischen Figur. Die Musterung ihres Kimonostoffes besteht aus der Kombination einerseits von Hell-Dunkel-Flächen, andererseits von einfachen Streifen, Kringeln und komplexeren Ornamenten, die an Ginkgo-Früchte erinnern. Die knapp skizzierten Raumangaben sowie die Haltung der Figur vermitteln eine ungenaue, traumhafte Stimmung. Allgemeingültig – wie bei japanischen Holzschnitten – sind auch ihre Gesichtszüge; sie sind teilweise geschminkt. Hölzels Figur trägt den europäischen Kimono des Fin de Siècle.


[TuscheZeichnungSchwarz] © Adolf Hölzel - StiftungAdolf Hölzel
Ohne Titel
Tusche auf Papier
29,5 x 21,6 cm Blattmaß 27,4 x 18,5 cm Objektmaß
P-0009
Adolf Hölzel-Stiftung, Stuttgart

Der Ausgleich von Kontrasten führt zur Harmonie im Bild. Besteht eine „Verwandtschaft“ zwischen den Kontrasten, so ist laut Hölzel, die Bildharmonie erreicht. Demgemäß werden in dieser Tuschezeichnung zwei unterschiedliche japanisch anmutende Figuren, eine große und eine kleine, gegenübergestellt. Sie sind verwandte Formen, weil sie jeweils aus drei Teilen und hell-dunklen wie gemusterten Flächen bestehen. Außerdem tragen beide Figuren japanische Gärtnerhüte. Die Einrahmung bringt die Figuren mit der Landschaft in eine harmonische Verbindung. Eine einfache Gestik suggeriert die Verknüpfung von Geben und Empfangen. Die japanische Idee ist hier kaum mehr zu übersehen.

 

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